2021

Semanux

In Semanux machen wir das Internet für über eine Millionen Menschen mit motorischen Einschränkungen in Deutschland zugänglich. Wir bauen dabei auf unsere KI zum Verständnis von Webseiten und unsere preisgekrönte Forschung zur Blicksteuerung im Internet.

Impuls/Motivation zur Umsetzung

Das Internet ist ein essentieller Bestandteil unserer Gesellschaft geworden. Der Zugang zum Internet wird jedoch hauptsächlich von Geräten gewährt, welche mit den Händen bedient werden – wie Laptops, Tablets und Smartphones. Doch was wenn aufgrund einer Krankheit oder eines Unfalls die Hände nicht zur Verfügung stehen? In Semanux gehen wir dieses Problem mit einer Kombination aus KI und einer multimodalen Bedienung an. Unsere KI erkennt automatisch interaktive Elemente auf Webseiten, damit wir deren Benutzung an unsere multimodale Bedienung anpassen können. Die multimodale Bedienung bedeutet die Kombination aus innovativen Eingabemöglichkeiten, wie der Blicksteuerung und der Sprachsteuerung, in Verknüpfung mit traditionellen Zeige- und Tastgeräten. In unserer Forschung konnten wir bereits einen blickgesteuerten Internetbrowser erfolgreich bei dreißig Probanden mit motorischen Einschränkungen über einen Monat hinweg einsetzen. Einige Probanden surfen bis heute regelmäßig mit unserem Browser im Internet – alleine mithilfe ihrer Augen. Durch diese positive Erfahrung mit der Blicksteuerung und den Ergebnissen unserer weiterführenden Forschung zur zugänglichen Bedienung mithilfe von Touch und nonverbaler Kommunikation, werden wir unsere Konzepte im Rahmen des EXIST Forschungstransfers zu einen Produktprototypen zusammenführen. Dabei arbeiten wir eng mit Menschen mit motorischen Einschränkungen zusammen, um ihnen einen intuitiven und vollwertigen Zugang zum Internet zu ermöglichen.

Was war die größte Herausforderung für euch im letzten Jahr?

Der Antrag auf Förderung durch den EXIST Forschungstransfer war sehr aufwendig. Wir haben in einer ersten Stufe eine 47-Seiten lange Bewerbung inklusive elf Unterstützungschreiben eingereicht, und in der zweiten Stufe ein 10-minütiges Pitchvideo produziert. Der Aufwand hat sich aber gelohnt, denn wir konnten die sechsköpfige Expertenjury von unserem Vorhaben überzeugen.

Tipps für Gründer: Was würdet ihr heute anders machen?

Wir halten den EXIST Forschungstransfer für unser Vorhaben für eine äußert passende Art der Förderung, weil wir noch einigen grundlegende Fragen auf dem Weg zu einem funktionierenden Prototypen nachgehen müssen. Unsere einzelnen Forschungen zur zugänglichen Mensch-Computer Interaktion, zum Beispiel der Texteingabe mit Blicksteuerung und Summen, hat zwar in Laborstudien bereits überzeugt. Aber wir werden erst in den nächsten Monaten herausfinden, wie sich die einzelnen Interaktionen zu einem Gesamterlebnis zusammenführen lassen. Unser Tipp in diesem Sinne: Als Gründer sollte man sich also auf eine Förderung bemühen, die zum Stand der Entwicklung von Team und Produkt passt!

Mentor

Univ.-Prof. Dr.-Ing. André Zimmermann

Institutsleiter von Hahn-Schickard Stuttgart

Branche(n)

B2C

Förderzeitraum

EXIST-Gründerstipendium

Sep 2021 bis  Feb 2023

Kontakt
Das Team
Dr. Raphael Menges

Projektmanagement


Computervisualistik

Ramin Hedeshy

Mensch-Computer Interaktion


Web Science

Lukas Schmelzeisen

Maschinelles Lernen


Informatik

Florian Lerch

Betriebswirtschaft


Management and Technology